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Stefan Stubenvoll des Nürnberger Indie-Labels
Millipede
Records bittet mit einer Mail-Aktion um Mithilfe
im Streit um die Zukunft des Nürnberger Clubs
K4. Dank der üblichen falsch handelnden und
unwissenden Lokalpolitiker steht der Nürnberger
Veranstaltungsort K4 vor dem aus.
Hallo miteinander, an alle Konzertveranstallter,
Booker, Labels, Fanzines und .... Normalerweise
leite ich keine E-Mails weiter und mülle
euch zu, in diesem Fall ist es aber sehr wichtig,
da Nürnberg sonst als Konzert Stadt in Zukunft
wegfallen wird. Es wäre super, wenn ihr alle
an die unten aufgeführten Adressen eine Mail
schreiben könntet und uns helft, das K4 so
zu erhalten, wie viele von euch es auch schon
kennen. Danke für euer Verständnis.
Stefan Millipede Records.
Seid gegrüßt! Wie Ihr vielleicht aus
der Presse oder durch unsere News-Mails mitbekommen
habt, planen einige LokalpolitikerInnen eine Abwicklung
des K4 in seiner jetzigen Form - und wir dachten,
das "neue" K4 wäre die ultimative
Lösung nach der Abwicklung des KOMM gewesen...
Worum es geht: ins Rollen kam die Sache Ende August
durch ein Konzeptpapier des SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzenden
Gebhard Schönfelder, in dem er ein "Neues
Künstlerhaus" fordert, was u. a. bedeutet,
dass die jetzt bestehenden Räumlichkeiten
im Erdgeschoss wie Hinterzimmer und Zentralcafé
der Ausstellungsfläche einer geplanten "Fränkischen
Galerie" weichen sollen. Dadurch würden
Gruppen wie Café Kaya e. V., die Hinterzimmer-Gruppe
und eben wir, der Musikverein, heimatlos werden.
Herr Schönfelder hat für diese Gruppen
bereits ein neues Zuhause parat: den schön
weit vom Stadtzentrum entfernt liegenden Z-Bau,
in dem es allerdings (auch nach Aussage vom Z-Bau-Leiter
Willy Reichelt) keinen Platz für neue Gruppen
gibt. In den folgenden Wochen stießen einige
weitere Lokalpolitiker ins selbe Horn, zwei Anträge
beim Kulturausschuß des Stadtrates wurden
diskutiert und das alles hat bisher zur Folge,
dass im Frühjahr 2005 StudentInnen der Uni
Nürnberg eine Evaluation im K4 durchführen
werden und die dort befindlichen Gruppen ihre
eh schon knapp bemessene Zeit und Personalkapazität
in Repräsentationsarbeit stecken müssen.
Wir vom Musikverein ärgern uns über
soviel verbalen Kultur-Kahlschlag, ärgern
uns, dass ein Herr Schönfelder einfach behaupten
darf, dass im K4 "Tote Hose" sei, obwohl
alleine der Musikverein vom 1.1.2004 bis 30.6.2004
insgesamt 40 Veranstaltungen mit zusammengerechnet
5500 BesucherInnen verzeichnen konnte - und ärgern
uns, dass die von uns wöchentlich mit Veranstaltungsterminen
belieferten lokalen Zeitungen die Aussagen des
Herrn Schönfelder auch noch ohne ein Widerwort
1:1 abdrucken. Da wir denken, dass Euch das auch
ärgert und Euch das Konzertangebot im K4
wichtig ist, bitten wir um Eure Unterstützung.
Mit Eurer Hilfe können wir es schaffen, ein
Stück "Gegenöffentlichkeit"
zu den populistischen Maßnahmen der lokalen
Politik-Lobby zu schaffen. Im folgenden findet
Ihr drei Musterschreiben, die Ihr unverändert
oder - noch besser - "in eigenen Worten"
an die SPD-Stadtratfraktion, die Kulturreferentin
Frau Lehner und die Redaktionen von Abendzeitung,
Nürnberger Nachrichten und Nürnberger
Zeitung schicken könnt. Per e-Mail oder per
Post, die Adressen findet Ihr ebenfalls unten.
SPD Stadtratsfraktion
z. Hd. Herrn Gebhard Schönfelder Rathaus
90403 Nürnberg. Sehr geehrter Herr Schönfelder,
mit Entsetzen habe ich in den letzten Wochen die
Presse-Berichterstattung über Ihre Pläne
zur Umgestaltung des Künstlerhauses und zur
Schaffung einer "Fränkischen Galerie"
im K4 verfolgt. Zwar habe ich nichts gegen bildende
Kunst, finde es aber nicht verständlich,
dass die von mir (und vielen anderen) hochgeschätzte
Konzertarbeit des Musikvereins im K4 darunter
leiden soll. Die Konzerte, die von dieser ehrenamtlichen
Gruppe organisiert werden sind mit dem Angebot
anderer Veranstalter im Großraum nicht vergleichbar
und stellen für mich einen einmaligen kulturellen
Beitrag - und damit letzten Endes ein wichtiges
Stück Lebensqualität in dieser Stadt
- dar. Daher fordere ich Sie und Ihre Fraktion
auf, die Arbeit des Musikvereins im K4 nicht zu
ver- oder behindern, sondern zu unterstützen
und von Ihren Plänen zur Umgestaltung abzusehen.
Mit der Bitte um eine persönliche Stellungnahme
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.
Stadt Nürnberg - Kulturreferat der Stadt Nürnberg z. Hd. Frau
Prof. Dr. Lehner Hauptmarkt 18 90403 NürnbergSehr
geehrte Frau Lehner, mit Besorgnis habe ich in
den letzten Wochen die Presse-Berichterstattung
über die Pläne Herrn Schönfelders
zur Umgestaltung des Künstlerhauses und zur
Schaffung einer "Fränkischen Galerie"
im K4 verfolgt. Als begeisterter und häufiger
Konzertgänger sehe ich durch diese Pläne
v. a. die hervorragende Arbeit des Musikvereins
im K4 bedroht. Die Konzerte, die von dieser ehrenamtlichen
Gruppe organisiert werden sind mit dem Angebot
anderer Veranstalter im Großraum nicht vergleichbar
und stellen für mich einen einmaligen kulturellen
Beitrag - und damit letzten Endes ein wichtiges
Stück Lebensqualität in dieser Stadt
- dar. Soweit ich der bisherigen Berichterstattung
entnehmen konnte, haben Sie als Kulturreferentin
sich in der Diskussion nie explizit hinter die
laufende Arbeit im K4 gestellt. Ich fordere Sie
hiermit auf, einer Durchführung der Pläne
von Herrn Schönfelder entgegenzutreten, sich
hinter die Programmarbeit im K4 und die ehrenamtliche
Arbeit des Musikvereins zu stellen und bitte Sie
um eine persönliche Stellungnahme. Mit freundlichen
Grüßen
Lokalzeitungen Nürnberger Nachrichten Redaktion Lokales
Marienstr. 9/11 90327. Nürnberger Zeitung Postfach 33 47 90016, Abendzeitung Leserbrief-Redaktion Postfach 42
52 90022 Nürnberg. Sehr geehrte Damen und
Herren, mit Verwunderung habe ich bisher Ihre
Berichterstattung über das vom SPD-Fraktionsvorsitzenden
Schönfelder vorgeschlagene Konzeptpapier
für ein "Neues Künstlerhaus"
im K4 verfolgt. Ohne Widerspruch werden da die
Worte Schönfelders abgedruckt, dass im K4
"nichts los" sei, während einige
Seiten weiter in der Terminspalte auf attraktive
Veranstaltungen im K4 hingewiesen wird. Als regelmäßiger
Konzertgänger bin ich besonders erstaunt,
dass die in Nürnberg einzigartige (und zudem
ehrenamtliche) Arbeit des Musikvereins im K4 unerwähnt
bleibt. Wie kein anderer Konzertveranstalter in
der Region repräsentiert der Musikverein
ein anspruchsvolles Programm jenseits des Mainstreams,
bei dem man als Besucher regelmäßig
Entdeckungen machen kann. Viele Bands und Künstler,
die später zu Stars wurden (u. v. a. Calexico,
At The Drive-In, Walkabouts, Adam Green, Blumfeld)
spielten hier erstmals in Nürnberg ein Konzert!
Dass dieser wichtige Bestandteil der Nürnberger
Konzertszene den Räumen einer "Fränkischen
Galerie" weichen soll, trägt meiner
Meinung nach nicht gerade zur kulturellen Vielfalt
und somit auch Lebensqualität in Nürnberg
bei. Die finanzstarke und politisch einflussreiche
"Fränkische Galerie"-Lobby ist
vielleicht bereits blind und taub für die
Leidenschaft und Faszination, die regelmäßig
viele Besucher wie mich auf Konzerte im K4 strömen
läßt. Aber ich hoffe, dass wenigstens
Sie in Ihrer Zeitung die Arbeit des Musikvereins
zu schätzen wissen und in einem zukünftigen
Beitrag zum Thema mit berücksichtigen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Vielen Dank für Euren Support! |